Wann ist Sommer?
Wer schon mal einen Globus gesehen hat, wird bemerkt haben, dass dieser im Regelfall „schief“ aufgehängt ist. Diese Neigung der Erdachse führt schließlich dazu, dass die beiden Halbkugeln im Laufe einer Sonnenumrundung unterschiedlich viel Licht abbekommen:
Wenn bei uns Sommer ist, trifft mehr Sonnenlicht auf die Nord- als auf die Südhalbkugel. Nach der Sommersonnenwende verschiebt sich der Lichtkegel immer weiter südwärts, bis die Wintersonnenwende eintritt – und immer so weiter…
(Grafik: Kosmos Verlag/Gerhard Weiland)
Sommer ist die warme Jahreszeit – auf der Nordhalbkugel jedenfalls. Die Wärme als Kriterium allein taugt natürlich noch nicht als Definition. Wie genau Jahreszeiten definiert sind, kann je nach Fachgebiet leicht unterschiedlich aussehen.
Beginnen wir mit der Astronomie: Die Jahreszeiten sind hier durch den scheinbaren Sonnenlauf an der Himmelskugel festgelegt. Jenseits des Äquators äußert sich dieser am deutlichsten in den unterschiedlich langen Tageslängen: Zur Sommersonnenwende wird (auf der Nordhalbkugel) der längste Tag erreicht, zur Wintersonnenwende der kürzeste. Zu den Herbst- und Frühjahrstagundnachtgleichen sind Tag und Nacht ungefähr gleich lang.
Etwas leichter macht es sich da die Meteorologie: Hier werden jeweils drei komplette Monate zu einer Jahreszeit zusammengefasst. Die Anfangszeitpunkte entsprechen somit den Monatsersten von März, Juni, September bzw. Dezember. Einer der Hauptgründe dafür dürfte in der Klimaforschung liegen: Für die Statistik und die Vergleichbarkeit von Messreihen ist es einfacher, mit festen Monatsgrenzen zu rechnen.
Diese Jahreszeiten haben auch einen großen Einfluss auf Pflanzen und Tiere: Die Phänologie untersucht dabei als Schnittbereich von Meteorologie und Biologie, wie sich Lebewesen im Laufe eines Jahres entwickeln und verhalten. Im deutschen Sprachraum werden zehn phänologische Jahreszeiten unterschieden, wobei Frühling, Sommer und Herbst in jeweils drei Phasen unterteilt werden. Dabei hat sich eingebürgert, den Beginn dieser Phasen anhand charakteristischer Ereignisse festzumachen – z.B. markiert die Apfelblüte den Beginn des Vollfrühlings oder die Erscheinung von Früchten beim Schwarzen Holunder den Frühherbst.
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